Schlaganfall - So wurde Gertrud das Leben gerettet

Schlaganfall

Hier ist wieder einmal eine Geschichte aus der Nachtwelle. Wir hoffen, dass viele das lesen, denn ein Schlaganfall kann jeden treffen und dann ist schnelle Hilfe gefragt. Jede Minute kann über Leben und Tod sowie die weitere Zukunft des Betroffenen entscheiden. Die Geschichte, die sich in der Nachtwelle zugetragen hat, ist ein Beispiel für beherztes Eingreifen.


Der Abend hatte so wunderbar begonnen, wer hätte ahnen können, was passieren würde...

Ganz tückisch an einem Schlaganfall ist die oft plötzliche Intensität, mit der es jemanden erwischen kann. So erging es einer Frau namens Gertrud, eine nette, verwitwete Dame, die an diesem Abend mit einem Bekannten in einem Lokal war. Sie war nach einer langen Trauerphase nicht mehr oft ausgegangen und nun so glücklich, dass sie mal wieder richtig lachen konnte. Klaus, ihr Begleiter, wohnt in einem anderen Kanton und setzte Gertrud in den Bus der Nachtwelle. Dieser ist sehr sicher und es gab nichts zu befürchten. Dachte sie zumindest. Auch Klaus vertraute darauf und ahnte nichts Böses, sonst hätte er sie wie ein Gentleman durchaus begleitet. Er wollte sich aber nicht aufdrängen, das hätte unmoralisch gewirkt, oder? Heute bereut er seine Höflichkeit immer noch und kommt nur schwer darüber hinweg, Gertrud allein gelassen zu haben.


Es traf sie wie ein Schlag und zuerst wollte sie niemand beachten

Es herrschte Stille im Bus, es war schon ziemlich spät. Gertrud gehörte mit ihren 74 Jahren wirklich noch nicht zum alten Eisen und hatte mit Klaus noch eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt. Einfach zauberhaft, dieser Abend und zum ersten Mal konnte sich die Witwe wieder ihres Lebens freuen, nachdem Ulfi nun schon 2 Jahre nicht mehr unter uns weilte. Gertrud atmete tief ein, wieder aus und plötzlich war etwas anders. Ein heftiger Schmerz durchbohrte ihren Kopf. Sie kippte in ihrem Sitz zur Seite und lallte unverständliches Zeug. So berichteten es später die Sitznachbarn. Gertrud hatte leider einen unansehnlichen Fleck auf ihrer Jacke und musste sich schließlich übergeben. Wer es im Bus mitbekam, wandte betroffen den Blick ab. So eine alte Dame und so sturzbetrunken? Sie ist doch bestimmt fast 80, sollte man da nicht seine Grenzen kennen? Manche Insassen im Nachtbus tuschelten.


Zum Glück war Sabine mit im Bus und erkannte den Ernst der Lage

Sabine ist Krankenschwester auf einer Säuglingsstation und fuhr an diesem Abend mit der gleichen Linie wie Gertrud. Ganz kurz hatte die die ältere Dame an der Bushaltestelle gesehen und sogar mit ihr gesprochen. Ihr war der Rotweinfleck aufgefallen und sie hatten irgendeinen Scherz gemacht. Klaus war wohl so verzaubert von Gertrud, dass er mit dem Weinglas in der Hand stolperte und es einen auffälligen Fleck auf der Bluse gab. Gertrud überspielte die Situation und meinte scherzhaft, das sei nun eben ihre Brosche. Betrunken war sie wahrlich nicht, sie hatte nur Wasser und Apfelsaft getrunken. Das laute Lallen machte Sabine im Bus aufmerksam und sie stand auf, um nach dem Rechten zu sehen. Hallo, ist alles in Ordnung? Der Mundwinkel hing seltsam herunter. Wie heißen Sie? Erkennen Sie mich? Die Dame antwortete nur Worte, die keinen Sinn ergaben. Da wurde Sabine klar: Schlaganfall! Die Dame war nicht im Delirium, sondern unverschuldet in Lebensgefahr. Der freundliche Nachtwelle-Fahrer regelte die Übernahme durch den Rettungsdienst sofort und rettete Gertrud so wohl das Leben, gemeinsam mit Sabine.

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